Festes VHF vs. Handfunkgerät: Warum das fest eingebaute Gerät in Küstennähe gewinnt
Wenn Sie in einen Hafen einlaufen, um das Hafenbüro oder ein nahes Boot zu rufen, ist der Reflex, zum Handfunkgerät zu greifen – es liegt ja direkt im Cockpit. In den meisten Marinas ist das die falsche Wahl, und wer das Warum versteht, begreift etwas Grundlegendes darüber, wie VHF wirklich funktioniert.
VHF ist sichtlinienbasiert
Seefunk auf VHF breitet sich nahezu geradlinig aus. Er folgt nicht der Erdkrümmung und beugt sich schlecht um feste Hindernisse. Ihre Reichweite wird vor allem davon bestimmt, wie hoch Ihre Antenne sitzt – denn eine höhere Antenne kann über einen weiter entfernten Horizont und über Hindernisse hinweg „sehen“. Leistung bringt Ihnen im freien Wasser etwas mehr Reichweite, aber in Küstennähe entscheidet die Höhe, ob das Signal überhaupt durchkommt.
Die Mole steht im Weg
Ein Handfunkgerät wird auf Deckshöhe gehalten – etwa ein bis zwei Meter über dem Wasser. Hinter einer steinernen Mole oder einem Wellenbrecher liegt diese tiefe Antenne im Funk-„Schatten“ der Wand: Die Mole blockiert die direkte Linie zur Station auf der anderen Seite. Sie drücken die Sendetaste, jagen Ihre Watt hinaus – und das Signal läuft schlicht in den Beton. Dazu das Gedränge aus Rümpfen, Stegen und anderen Masten einer belebten Marina, und ein Handfunkgerät auf Deckshöhe kämpft an jeder Seite gegen Hindernisse.
Warum also 1 Watt und nicht 25?
Jedes Seefunkgerät hat einen Umschalter 1 W / 25 W, und der ist genau für diesen Moment da. Nahe dran brauchen Sie keine 25 Watt – die Masttopantenne hat mit ihrer Höhe schon alles, was die Aufgabe verlangt. Und niedrige Leistung ist guter Funkstil:
- 25 Watt, quer durch eine volle Marina geschickt, übersteuern und desensibilisieren die Empfänger auf nahen Booten und machen es allen anderen schwerer, ihre eigenen Anrufe zu hören.
- Sie reichen weit über die Boote hinaus, mit denen Sie eigentlich sprechen, und belasten Kanäle mit unnötigem Verkehr, die andere Crews gerade nutzen wollen.
- Auf 1 Watt über die Masttopantenne bekommen Sie einen sauberen, kräftigen Anruf zum Büro oder zum nächsten Steg – und nicht mehr, was genau das ist, was Sie wollen.
Die Faustregel: Im und um den Hafen auf 1 Watt gehen, auf See auf 25 Watt umschalten, wenn Sie entfernte Stationen erreichen wollen.
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Häufig gestellte Fragen
Handfunkgerät oder festes Gerät in der Marina?
Das feste Gerät, auf niedriger Leistung. Es sendet über die Masttopantenne, die die Mole und die umliegenden Masten überragt. Ein Handfunkgerät auf Deckshöhe wird leicht von der Mole abgeschattet – deshalb kommt das feste Gerät auf 1 Watt meist besser durch als ein Handgerät auf höherer Leistung.
Warum 1 Watt statt 25 in Hafennähe?
Auf kurze Distanz brauchen Sie die Leistung nicht, und 25 Watt übersteuern nahe Empfänger und verstopfen Kanäle, die andere nutzen. Dank der Höhe der Masttopantenne reicht 1 Watt locker, um das Büro oder den nächsten Steg zu erreichen. Nutzen Sie 25 Watt auf See.
Blockiert eine Mole den VHF-Funk?
Sie kann eine tief gehaltene Antenne blockieren. VHF ist sichtlinienbasiert und beugt sich nicht um feste Wände, sodass ein Handfunkgerät hinter einer Mole abgeschattet sein kann. Eine Masttopantenne sitzt über der Mole und behält die Sichtverbindung, kommt also selbst auf niedriger Leistung durch.
Ist bei VHF die Antennenhöhe oder die Leistung wichtiger?
In den meisten Situationen die Höhe. Eine höhere Antenne erreicht einen weiter entfernten Horizont und sieht über Hindernisse hinweg – das erweitert die Reichweite weit stärker als zusätzliche Watt. Eine Masttopantenne auf 1 Watt übertrifft oft ein Handfunkgerät auf Deckshöhe mit 5–6 Watt.
Weiterführende Lektüre: Richtig ins VHF-Funkgerät sprechen (Mikrofon-Technik) · VHF-Onlinekurs (SRC)